Posthumer Nachruf auf und Hommage an Plasma-TVs – Teil 1

Plasma vs. LCD

Die prähistorische Phase der TV-Röhrengeräte mal komplett außen vor gelassen (aus Zeitgründen und um niemanden über die Gebühr zu langweilen) tobte von Anfang an beim Thema Flachbildfernseher ein Krieg zwischen den Fronten Plasma und LCD/LED, sowie deren jeweiligen Anhängern.

Um es direkt vorweg zu nehmen, die LCD-Fraktion hat das Rennen gewonnen (leider) und das Thema Plasma wurde bereits zu Grabe getragen zum Leidwesen aller Heim-Cineasten und Bild-Enthusiasten, die nun zerknirscht und zu Tode betrübt auf künftige bezahlbare, sowie OLED-Fernseher mit vergleichbarer oder besserer Bildqualität hoffen.

Um diesen Konflikt und seine Auswirkungen zu verstehen sind leider ein paar Grundkenntnisse notwendig. Also haben ich meinen Post in mehrere Teile gesplittet und werde hier im ersten Teil nur ein paar Grundlagen schildern.

Was ist LCD-Technologie?

Bei LC-(Liquid Crystal)-Displays wird jeder Bildpunkt (Pixel) durch die Mischung von drei Subpixeln in den Grundfarben Rot, Grün und Blau erzeugt und kann somit jede beliebige Farbe darstellen, die sich aus den drei Grundfarben mischen lässt.

Die Helligkeit des Bildes wird durch eine Hintergrundbeleuchtung hinter dem LCD erreicht. Die Elektronik des Fernsehers steuert die Helligkeit jedes Subpixels durch die Ausrichtung eines Flüssigkristalls, der je nach Position mehr oder weniger Hintergrundlicht durchlässt.

Was bedeutet LED?

Die LCD-Bildschirme der ersten Generationen verwendeten für die Hintergrundbeleuchtung CCFL-Leuchtstoffröhren hinter dem Display. Aufgrund der voluminösen Leuchtstoffröhren besaßen die Fernseher damals eine große Bautiefe. 

Seit dem Siegeszug der Leuchtdioden (LEDs) in Sachen Beleuchtung verwenden die meisten aktuellen LCD-TVs solche um das Display zu hinterleuchten. Diese sind deutlich platzsparender als Leuchtstoffröhren, was den Bau extrem schlanker Fernseher ermöglicht.

Dabei unterscheidet man zwei unterschiedliche Varianten der LED-Hintergrundbeleuchtung: Edge-LED- und Full-LED. Bei der ersten (günstigeren) Variante sitzen nur am Rand des Bildschirms LEDs, was oft zu ungleichmäßig ausgeleuchteten Bildschirmen führt mit sichtbaren Einstrahlungen am Rand, bei der zweiten (aufwändigeren) Variante sitzen hinter dem gesamten Bildschirm LEDs, was zu einem gleichmäßig ausgeleuchteten Bild führt.

Der weitere Vorteil von LEDs ist, dass sie einen sehr niedrigen Stromverbrauch haben,

Was bedeutet Plasma-Technologie?


Bei Geräten mit Plasma-Bildschirmen wird anstelle von Kristallen Gas verwendet. Das im Gerät befindliche Leuchtmittel wird dabei durch Plasma-Entladungen zum Leuchten gebracht. Jeder Bildpunkt (Pixel) des Fernsehers besteht aus drei voneinander separierten Kammern, die mit einem speziellen Gas gefüllt sind, welches eine der drei Grundfarben Rot, Grün oder Blau erzeugt. Genau wie beim LCD-Display lässt sich durch Mischung dieser Farben in jedem einzelnen Pixel jede beliebige Farbe erzeugen.

Vorteil Plasma gegenüber LCD

Der (riesengroße) Vorteil der Plasma-Technologie gegenüber der LCD-Technologie ist, dass Helligkeit bzw, Licht nicht durch eine Hintergrundbeleuchtung herbei geführt werden muss, sondern das durch Plasma-Entladungen angeregte Gas ist “selbstleuchtend”.

Der große Vorteil ensteht bei der Darstellung von “Schwarz”.  Da es kein schwarzes Licht gibt sehen schwarze, bzw. dunkle Bildinhalte auf LCDs immer ein wenig milchig aus, da die Hintergrundbeleuchtung auch in diesen Bildbereichen immer noch ein wenig leuchtet und nie ganz und gar ausgeschaltet ist. Der Kenner spricht von einem schlechten Schwarzwert.

Dieser gute Schwarzwert ist nun aber notwendig, wenn man hohe Kontraste darstellen will, sprich optimalerweise das ganze Spektrum von reinem Schwarz zu reinem Weiß. Ein solches Bild profitiert von hohen Kontrasten und wirkt sehr lebendig, plastisch sowie “knackig” scharf. 

Plasma-Bildschirme können Schwarz viel einfacher darstellen, nämlich einfach dadurch, dass das Gas in der Pixelkammer einfach nicht zündet. Das Pixel bleibt aus und somit “schwarz”.

Davon abgesehen gibt es bei beiden Technologien eine Reihe von Vor- und Nachteilen, die ich aus Zeit. und Platzgründen an dieser Stelle nur kurz aufliste:


Vorteil Plasma / Nachteil LCD

– Hoher Schwarzwert (wichtig für hohe Kontraste)

– Schnelle Reaktionszeit (wichtig für schnelle Bewegtbilder wie bei TV-Sport oder Konsolen-Gaming)

– Intensive (kräftige) und leuchtende Farbdarstellung

– Natürliche Darstellung von Farbtönen (bspw. realistische Hauttöne)

– Hohe Blickwinkelstabilität (im Wohnzimmer sieht das Bild von jeder Position aus gleich gut aus)


Nachteil Plasma / Vorteil LCD

– Höherer Stromverbrauch (mit Vorsicht zu genießen)

Eigentlich kann man keine generelle Aussage zum Thema Stromverbrauch treffen, da sich dieser je nach (Plasma oder LCD) Modelle stark unterscheidet. So gibt es bspw. moderne Plasma-TVs, die weniger Strom verbrauchen als so manches LCD-Gerät.

Geht man jedoch von theoretischen Laborbedingungen aus könnten man sagen, dass die Plasma-Technologie 40-60% mehr Strom verbraucht. Allerdings relativiert sich dieser Wert in der Praxis etwas, da es sich in Summe um überschaubare Mehrbeträge pro Jahr handelt.

Nichtsdestotrotz war das Thema Stromverbrauch eines der Hauptargumente von Plasma Kritikern 

– Höhere Produktionskosten, ergo höherer Verkaufspreis für den Endkonsumenten

– Einbrenn-Gefahr

Gerade bei den Geräten der ersten Generationen bestand die Gefahr, dass sich Spuren in den Bildschirm “einbrennen”, sprich, wenn bspw. über viele Stunden ein TV-Sender geschaut wurde, konnte sich dessen Senderlogo, welches immer an der gleichen Stelle steht, in den Bildschirm einbrennen.

Geräte der neueren Generation hatten das Problem nicht mehr, bzw. es gab verschiedene Modi im Menu des TVs, mit dem man diese Spuren beseitigen konnte.


TO BE CONTINUED…..

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