Posthumer Nachruf auf und Hommage an Plasma-TVs – Teil 2

Teil 2:
Die Hoch-Zeit der Plasmakultur – Der Pioneer “Kuro” und seine Erben

Richtig spannend fing das Thema Plasma an zu werden, als Pioneer im Jahr 2008 seinen legendären Plasma namens “Kuro” auf den Markt gebracht hat.

“Kuro” ist japanisch und bedeutet “schwarz”. Die Namensgebung bezieht sich auf den sehr, sehr guten Schwarzwert der betreffenden Geräte. Die Kuro TVs zielten auf den High End Konsumenten ab, die Verarbeitung war extrem hochwertig und die Einstell-Optionen sehr umfangreich. Dementsprechend hoch war auch der Kaufpreis.

Trotz seiner relativ großen Fan-Gemeinde und seines legendären Rufs als Referenzgerät war dem Kuro anscheinend kein kommerzieller Erfolg beschienen und Pioneer stellte die TV Produktion im März 2010 wieder ein. Kurioserweise erzielten die Geräte auf dem Gebrauchtmarkt In den Jahren darauf Höchstpreise, die von Liebhabern gerne gezahlt wurden. Und sogar heute noch (2017) erhält man für einen gebrauchten, 8 Jahre alten (!) Kuro noch Summen, zu denen man einen LCD-TV vergleichbarer Größe neu kaufen kann. Und das bei einem digitalen Produkt!

Das Kuro “Erbe” der hochwertigen Plasma TVs wurde von Panasonic mehr oder weniger fortgeführt, aber es bedurfte einiger Generationen an Geräten, bis die Panasonic Geräte auf dem vergleichbaren Niveau (und Schwarzwert) der Kuro Geräte lagen. Unter anderem konnte Panasonic die Qualität seiner Panel steigern, weil nach dem Ende der Kuro-Produktion die Patente von Pioneer übernommen hatten.

Die mangelnde Rentabilität (aus Sicht der Hersteller) der Produktion von Plasma-TVs setzte sich aber leider nicht nur bei Pioneer mit seinem Kuro, sondern auch bei Panasonic und den anderen Plasma_Herstellern (Samsung, LG, etc) fort und so stellte Panasonic bspw. 2014 seine Produktion ein und brauchte als letzten Vertreter die 60er Serie auf den Markt. 

Das Bild der VTW60 Modelle ist denen der allermeisten LCD-Geräte bis zum heutigen Tag haushoch überlegen. Nur die allerteuersten LCD-TVs kommen überhaupt in die Nähe des Schwarzwertes sowie der Farbdarstellung und Kontraste.

Das Modell “VTW60” ist seitdem als Referenz (genau wie damals die Kuros) extrem beliebt bei Liebhabern und erzielt bis zum heutigen Tag Höchstpreise auf dem Gebrauchtmarkt.

Natürlich sind Schwarzwert und Bildqualität nicht die einzigen Faktoren, die maßgeblich sind bei Kauf eines Fernsehers. Wie schon damals zur Kuro-Zeit wurden aktuellere TV-Geräte vor allem durch neue Features interessant, welche die älteren Gebraucht-Geräte nicht hatten.

Heutzutage sind dies vor allen Dingen:

– 4K-Auflösung (3840×2160)
– HDR-Technologie
– Große Helligkeit
– Hohe Bildwiederholfrequenz 

Vorschau auf die nächsten Teile:

Teil 3 – Der Siegeszug von LCD – oder – Sind Geschmäcker wirklich unterschiedlich?

Teil 4 – Eine neue Hoffnung – OLED-TV-Geräte

Teil 5 – Analyse – Das VHS-Prinzip – oder – Warum setzen sich schlechtere Lösungen durch?

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